Studie zur 3D-Echzeit-Echokardiographie

Kinder, die mit einem Herzfehler auf die Welt kommen, müssen oftmals direkt nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen behandelt und häufig auch operiert werden. Eine möglichst frühzeitige und exakte Analyse der Größe und Funktion von Herzkammern ist Grundvoraussetzung für therapeutische Entscheidungen und für die Abschätzung der Prognose und langfristige Lebensqualität des Kindes. Diese Parameter können mit Hilfe konventioneller Ultraschallverfahren nicht exakt erfasst werden. Genaue Daten sind jedoch entscheidend, um die bestmögliche Therapie festzulegen. Alternative Methoden wie die Kernspintomographie oder Herzkatheter-Untersuchungen sind im frühen Kindesalter immer mit einer belastenden Narkose verbunden sowie zeit- und kostenintensiv.

Neue Lösungsansätze bietet die 3D-Echtzeit-Echokardiographie, die eine exakte Volumenmessung und Funktionsanalyse des Herzens erlaubt. Diese Technik ist nicht invasiv, ohne Narkose ambulant durchführbar, nur wenig belastend und jederzeit mit geringem Aufwand wiederholbar. Sie stellt daher eine ideale Methode für die Beobachtung des Behandlungsverlaufs insbesondere im Kindesalter dar. Derzeit gibt es allerdings noch keine Standards für die Bildaufnahmen und deren Auswertung sowie den Vergleich von Geräten verschiedener Hersteller. Zudem existieren noch keine Normwerte für das Kindesalter. Die Überprüfung der Genauigkeit und Wiederholbarkeit der 3D-Echokardiographie ist jedoch gerade für den Einsatz bei kleinen Herzen von besonderer Bedeutung, da insbesondere im Neugeborenen- und Kleinkindalter die wesentlichen therapeutischen Entscheidungen getroffen werden müssen. Für eine verbesserte Diagnostik sind daher standardisierte Aufnahme- und Auswerteprotokolle sowie ein Abgleich der Geräte zwingend notwendig. Ziel der Studie ist es, neue Aufnahme- und Auswertemethoden in der 3D-Echokardiographie an sogenannten Phantomen (die die Größe und Eigenschaften des fetalen und kindlichen Herzens simulieren) und an Patienten zu überprüfen und zu standardisieren. Durch die multizentrische Studie, die an drei auf Kinderherzmedizin spezialisierten Einrichtungen
durchgeführt wird, soll die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit der 3D-Echtzeit-Echokardiographie an verschiedenen Geräten und Zentren überprüft und qualitätsgesichert werden. Der Einsatz der Technik (von der Aufnahme über den Untersuchungsgang bis zur Auswertung) soll einerseits standardisiert und andererseits sollen Referenz- und Normwerte für das Kindesalter erstellt und schließlich veröffentlicht werden.

 
Ausführende Stelle: Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn, Abteilung Kinderkardiologie
Abteilung für Kinderkardiologie des Universitätsklinikums München Großhadern
Klinik für Angeborene Herzfehler am Herz- und Diabeteszentrum NRW,
Bad Oeynhausen
Laufzeit: 01.04.2011 - 31.12.2013
Kosten der gesamten Laufzeit: 148.021,28 Euro
   

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