„Herzchen“ Finn hat Glück gehabt

Herzkind Finn

Baby Finn kurz nach der ersten Operation

Kaum ein Wort sprach der Arzt bei der Organuntersuchung des Babys in Kathrin H.‘s Bauch in der 20. Schwangerschaftswoche. Der Ultraschall dauerte lange. Irgendwann fragte die schwangere Frau „ist alles in Ordnung mit dem Baby?“. „Nein, das ist es nicht“, so die Antwort.

Der Arzt hatte sogenannte „white spots“ (weiße Flecken) entdeckt, die ein Hinweis auf einen Herzfehler sein können, aber auch auf das Down-Syndrom. Ab diesem Zeitpunkt brach eine sorgenvolle Zeit an für die junge Mutter, ihren Mann und auch für ihren dreijährigen Sohn Ben, der die Belastung der Eltern spürte. „Nichts war klar, wir wussten nicht, ist es ein Herzfehler, ist es vielleicht das Down-Syndrom. Die Ärzte konnten noch nichts sagen.“

Endlich Gewissheit

Zwei Wochen später hatte Kathrin einen Termin im Kinderherzzentrum der Uniklinik Bonn. Diese Untersuchung brachte endlich Klarheit. Auf einfühlsame Art informierte der Leiter der Kinderklinik Professor Johannes Breuer sie, dass ihr Baby einen schweren Herzfehler hat: Die Pulmonalklappe war verschlossen und in der Lungenschlagader befand sich ein Loch. Es war klar, dass Kathrins Kind direkt am Tag nach der Geburt operiert werden muss.

Die Geburt rückt näher

Klar war auch, dass die Geburt nicht leicht sein würde. Der 16. Juni war errechnet und kam näher. Doch der kleine Junge hatte sich noch nicht gedreht. Zwei Wochen vor dem Termin
ließ sich die Schwangere, wie es ihr empfohlen wurde, einliefern. Bis zum Tag der Geburt wurde sie täglich untersucht. Dann kam der 16. Juni. Alles verlief gut. Per Kaiserschnitt erblickte der kleine Finn um 14.32 Uhr das Licht der Welt, dankbar begrüßt von seiner Familie. Am Tag danach erfolgte die Herzkatheder-Operation, bei der die Herzklappe mit einem Ballonkatheder geöffnet wurde. Auch hier verlief alles gut. „Das Glück ist uns treu geblieben. Finn musste nicht am offenen Herzen operiert werden. Mit drei Herzkatheter-Operationen haben die Ärzte sein Leben gerettet.“

Herzkind Finn mit Ball

Finn ist kaum zu bremsen

Finn ist heute 9 Jahre alt und ein blondes, quirliges Kerlchen. Er ist etwas kleiner als seine Klassenkameraden und könnte mehr auf den Rippen haben. Aber es geht im gut. Er spielt leidenschaftlich gern Fußball und ist kaum zu bremsen, was seiner Mama manchmal Sorgen bereitet. Finn ist schneller erschöpft als andere Kinder und soll sich dann ausruhen, doch das fällt dem Neunjährigen schwer. So achten auch die Trainer mit darauf, dass sie ihn auf dem Fußballplatz häufiger auswechseln.
Außerdem singt Finn sehr gerne, „die Charts rauf und runter, den ganzen Tag“, sagt seine Mutter. „Lass uns leben wie ein Feuerwerk, Feuerwerk, die ganze Welt kann uns gehör‘n, oh-oh“ lautet eine Zeile aus seinem Lieblingslied „Feuerwerk“. Wie viele Kinder liebt er die Bahn, kennt die Namen aller Züge, weiß viele Verbindungen auswendig.

Nachdenkliche Momente

Manchmal spricht er mit seiner Mutter über sein Herz. Er will dann wissen, ob die Krankheit gefährlich ist, ob er daran sterben kann. Sie nimmt dann ihr „Herzchen“, wie sie ihn nennt in die Arme und erklärt ihm, dass er einfach gut auf sich achten muss und später, wenn er groß ist, nicht jeden Beruf machen kann. Irgendwann braucht Finn eine neue Herzklappe. Aber bis dahin ist noch viel Zeit.
Der kleine Finn hat viel Glück gehabt. Viele wichtige Menschen haben seinen Start ins Leben begleitet und standen seiner Familie zur Seite. Die Erkenntnisse aus der Herzforschung machten seine Behandlung möglich. Für Kinder wie Finn setzen wir uns ein – Ihre Spende macht unsere Arbeit erst möglich. Vielen Dank.

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