Interprofessionelle Ausbildungsstation (IPSTA) auf der Kinderherzintensivstation

Die Kinderherzintensivmedizin ist herausfordernd und schreckt daher manche Berufs- und Wiedereinsteiger:innen ab. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass auf Kinderherzintensivstationen der deutschlandweit bestehende Pflegemangel besonders drastisch zu spüren ist. Mit weitreichenden Folgen für herzkranke Kinder und ihre Familien, bedeutet doch die Sperrung von Intensivbetten eine längere Wartezeit auf Herzoperationen. Die kinder-herzen-IPSTA soll die lebenswichtige Arbeit attraktiver machen.

 

Kinderherzmedizin macht im interprofessionellen Team gleich doppelt Spaß!

Damit überzeugen die ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden der Kinderherz-Intensivstation auf der kinderherzen-IPSTA seit drei Jahren Auszubildende sowie Berufsanfänger:innen aus Pflege und Medizin. Hier betreuen Auszubildende bzw. Einzuarbeitende beider Berufsgruppen unter der Anleitung von erfahrenen Pflegekräften und Ärzt:innen Kinder nach Herzoperationen. In Einsätzen von insgesamt fünf Wochen bekommen die Teilnehmenden somit einen „Intensivkurs kinderkardiologische Intensivmedizin“.

 

Erprobtes Konzept kommt Patient:innen und deren Angehörigen zugute

Durch die gemeinsame Arbeit in interprofessionellen Teams und regelmäßige gemeinsame Reflexionen lernen die Berufsgruppen einander besser kennen und verbessern so ihre interprofessionelle Kommunikation und Wertschätzung – immer im Sinne der ganzheitlichen, optimalen Versorgung und Sicherheit von Patient:innen. Und das Konzept trägt Früchte: zahlreiche ehemalige Teilnehmende arbeiten inzwischen als Ärzt:innen und Pflegende auf der Intensivstation. Herzkranke Kinder und ihre Familien fühlen sich auf der kinderherzen-IPSTA optimal betreut und versorgt, nicht zuletzt, weil der gute Personalschlüssel mehr Zeit für eine individuelle Betreuung ermöglicht.

 

Train-the-Trainer Programm hilft Herzfamilien deutschlandweit

Die in den letzten drei Jahren gesammelten Erfahrungen sollen nun auch herzkranken Kindern und ihren Familien in anderen Kliniken zugutekommen. Die Expertise des Bonner Teams soll dabei für Personal anderer Kliniken mühelos verfügbar gemacht werden. Im Rahmen eines Train-the-Trainer Programms bereitet das Bonner Team seine Erfahrung und alle Materialien so auf, dass der Einstieg in die interprofessionelle Ausbildung für andere Kliniken so leicht wie möglich gestaltet wird. Dazu gehören neben einem umfangreichen Materialpaket auch persönliche Beratung und Schulung sowie die Möglichkeit zu Hospitationen.

Verschiedene digitale Module befassen sich zunächst mit den organisatorischen und konzeptionellen Voraussetzungen sowie den Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung einer IPSTA. Ergänzend wird ein Präsenzkurs für Lernbegleitungen auf IPSTAs angeboten. Hier werden deutschlandweit Ärzt:innen und Pflegende fitgemacht, um selbst als Lernbegleitungen zukünftige Kolleg:innen für die Kinderherzmedizin zu begeistern.

Projektziele auf einen Blick

  • Interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • Ganzheitliche Versorgung und Behandlung herzkranker Patienten auf Kinderherzintensivstationen
  • Höhere Attraktivität der lebenswichtigen Berufe im Bereich Pflege und ärztliche Versorgung
  • Verbreitung des kinderherzen-IPSTA Konzepts in Kinderkardiologien deutschlandweit
  • Niedrigschwelliger Einstieg in das Training interprofessioneller Kompetenzen für andere Standorte

Daten & Fakten

Ausführlicher Projekttitel:Weiterführung der kinderherzen-IPSTA auf der kinderkardiologischen Intensivstation des Zentrums für Kinderheilkunde Bonn mit „Train-the-Trainer“- Programm auf der Basis der kinderherzen-IPSTA
Projektnummer:P-BN-031/2024 KH BN
Projektlaufzeit:01.09.2025 – 31.08.2028
Kosten:480.532 €
Projektstandort:Kinderkardiologische Intensivstation an der Universitätsklinik Bonn

Ziele auf einen Blick

„Jede zusätzliche Fachkraft, die wir für die Kinderherzintensivmedizin begeistern, bedeutet langfristig bessere Versorgungschancen für herzkranke Kinder. Deshalb investieren wir in eine Ausbildung, die Sicherheit vermittelt, Teamarbeit stärkt und Menschen für dieses besondere Fach gewinnt. Mit dem Train-the-Trainer-Programm machen wir dieses erfolgreiche Konzept bundesweit verfügbar und schaffen die Grundlage dafür, dass weitere Kliniken eigene Fachkräfte nachhaltig gewinnen und fördern können.

Dr. med Anthea Peters,
Oberärztin Kinderkardiologie und stellv. Ärztliche Leitung Kindernotfallzentrum des Universitätsklinikums Bonn