Lena und das Loch im Herzen

Herzkind Lena

Lena als Teenie
Foto: privat

Lena wurde mit einem Loch im Herzen geboren, das bei ihrer Geburt in der Vorhofscheidewand ihres Herzens klaffte. Obwohl die Ärzte den sogenannten Atriumseptumdefekt (ASD) früh bemerkten, entschieden sie sich zunächst gegen eine Behandlung, da das Mädchen keine Beeinträchtigungen hatte.

Während ihre Tochter heranwuchs, informierten sich Lenas Eltern gründlich über mögliche Behandlungswege. Sie hörten von einem minimalinvasiven Verfahren in Göttingen, bei dem der ASD ihres Kindes per Herzkatheter verschlossen werden könnte. Noch bevor sie eingeschult wurde, nahm man den Eingriff vor und setzte ein Doppelschirmchen ein. Nach vier Tagen konnte die kleine Herzpatientin bereits wieder entlassen werden.

Im Laufe weniger Monate war das Schirmchen komplett mit herzeigener Innenhaut überzogen und somit dicht. Allein die jährlichen Routineuntersuchungen in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ließen die Familie an den Herzfehler denken, denn Lena ging es gesundheitlich gut.

Schock bei der Kontrolluntersuchung

Anders verlief die Routineuntersuchung im Sommer 2013, bei der auf einem Ultraschallbild ein „Fleck“ in Lenas rechter Herzkammer entdeckt wurde. Die Ärzte gingen davon aus, dass es eine Blutverklumpung in der Herzkammer sein müsse. Es folgte eine zweimonatige Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten.

Anruf mit Folgen

Knapp zwei Monate später war die angehende Abiturientin gerade auf der Rückfahrt ihrer Studienfahrt nach Prag, als sie der Anruf ihrer aufgeregten Mutter erreichte: „Du musst direkt nach deiner Ankunft ins Krankenhaus, du wirst in drei Tagen operiert!“

Die Ärzte hatten Sorge um Lenas Herz, da die blutverdünnenden Medikamente die vermeintliche Blutverklumpung nicht verkleinert hatten. Es stand eine Operation am offenen Herzen an, um zu entfernen, was in ihrer Herzkammer gewachsen war.

Herz-OP mitten in der Abiturphase

Heute erzählt uns Lena: „Im Krankenhaus ging alles ganz schnell. Während ich auf die Operation vorbereitet wurde, kümmerten sich meine Eltern um alles Organisatorische. Ich befand mich zu der Zeit im Vorabitur und alle Lehrer mussten informiert werden, dass ich für eine ungewisse Zeit nicht in der Schule sein werde.“

Die Operation, geleitet von Prof. Dr. Ruschewski, dauerte acht Stunden und verlief ohne Komplikationen. Die mutmaßliche Blutverklumpung stellte sich als kapilläres Hämangiom (ein gutartiger Tumor) heraus, welches operativ entfernt wurde. Während des Eingriffes wurde auch das Schirmchen, das damals zum Verschluss des VHS eingesetzt wurde entfernt, da das Loch mittlerweile vollständig zugewachsen war.

Alles neu lernen?

Herzkind Lena in New York

Vor der New Yorker Skyline
Foto: privat

Lena erinnert sich noch gut an die Zeit nach der Operation: „Jede alltägliche Aufgabe wie Essen, Gehen, Gespräche führen war mit viel Anstrengung verbunden und fühlte sich an, als müsse ich sie neu lernen. Nicht, weil ich es verlernt hatte, sondern weil mein Körper nicht die nötige Kraft hatte.“ Jeden Tag trainierten Therapeuten das Gehen und Treppen steigen mit ihr, bis sie sich nach 14 Tagen bei ihrer Entlassung schon etwas besser fühlte. Während einer Reha an der Ostsee kam sie wieder zu Kräften.

Lena kämpft sich zurück ins Leben  

Den Unterrichtsausfall hat Lena schnell nachgeholt und im Sommer 2014 ihr Abitur erfolgreich absolviert. Heute ist Lena 22 Jahre alt und wohnt in Hannover. 2015 hat sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin begonnen, die sie diesen Sommer abschließen wird. Das Studium der Ergotherapie will sie noch dranhängen.

Ihre Freizeit gestaltet Lena wie andere junge Frauen in ihrem Alter auch. Sie trifft sich gerne mit Freunden, liebt es zu kochen und zu backen, hält sich mit Yoga und Inliner fahren fit. Außerdem bereist sie gerne die Welt. Weihnachten und Silvester hat sie in New York verbracht.

Lenas Narbe

Lena ist stolz auf ihre Narbe
Foto: privat

Ihre Narbe gehört zu ihr!

Und wie blickt Lena auf ihre Herzgeschichte zurück? „Durch die Operation ist eine Narbe geblieben, die ich mit Stolz trage und die ein Teil von mir ist. Ich bin den Ärzten der UMG und dem gesamten Personal für die ausgezeichnete Arbeit sehr dankbar!“ Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Trotzdem hoffe ich, dass ich sie nur noch zu den jährlichen Kontrollterminen sehen werde.“

Eine starke junge Frau, deren Geschichte Mut macht!

 

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