Berufstätigkeit, Körperbild & Selbstwert nach Schwangerschaft bei Frauen mit angeborenem Herzfehler

Mit dem Erfolg bei der Behandlung von angeborenen Herzfehlern in den letzten Jahrzehnten wandelt sich der Anspruch an die Therapieziele von der bloßen Senkung der Sterblichkeit hin zur Öffnung von Chancen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit all seinen Facetten der Berufsausbildung, Karriere und Familiengründung. Die Entscheidung für eine Schwangerschaft kann für Frauen mit einem angeborenen Herzfehler ein Gefühl von Normalität vermitteln, das als essenzielles Bedürfnis in der qualitativen Forschung zu angeborenen Herzfehlern vielfach untersucht ist. In der Gestaltung des eigenen Lebens nicht vom Herzfehler eingeschränkt zu sein, könnte sich auf die Akzeptanz der Erkrankung und des eigenen Körpers und somit auch auf die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit nach der Schwangerschaft förderlich auswirken. Inwiefern die Rückkehr in die „Normalität“ Frauen mit einem angeborenen Herzfehler nach der Schwangerschaft gelingt, ob sie als „herzkranke“ Mütter sich aufgrund ihrer eigenen Erkrankung länger von der Berufstätigkeit zurückziehen oder sogar vorzeitig zum Beweis eigener Stärke wieder starten, ist bislang nicht untersucht. Im Rahmen des geförderten Projekts sollen daher folgende Fragestellungen untersucht werden:

  • Wie beeinflussen Schwangerschaft bzw. der Verlauf der Schwangerschaft bei Frauen mit einem angeborenen Herzfehler die Entscheidung zur Fortführung einer Berufstätigkeit zur Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit?
  • Welchen Einfluss hat die Schwangerschaft bei Frauen mit einem angeborenen Herzfehler auf ihr Körperbild und ihren Selbstwert und welche Rolle spielt dies bei der Entscheidung zur Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit?

Ziel ist es, durch Aufdecken möglicher Defizite die Betreuung dieser Frauen in und nach der Schwangerschaft zu verbessern. „Wir kontaktieren Frauen, die seit 2018 in ihrer Schwangerschaft an den überregionalen Zentren für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) der Universitätsmedizin Göttingen und des Deutschen Herzzentrums München betreut wurden. Mit dieser Fragebogenstudie wollen wir herausfinden, wo junge Mütter mit an-geborenem Herzfehler in der Gesellschaft stehen, um zukünftige Beratungs- und Förderprogramme auf aufgedeckte Defizite auszurichten und somit die Versorgungsstrukturen für schwangere Frauen mit einem angeborenen Herzfehler zu verbessern“, freut sich Projektleiterin Prof. Dr. Claudia Dellas über die Förderung.

 

 

Studienziele auf einen Blick:

  • Gesellschaftliche Teilhabe sichtbar machen: Wo stehen junge Mütter mit AHF in Beruf und Gesellschaft – und was beeinflusst ihre Rückkehr ins Arbeitsleben?
  • Versorgungslücken identifizieren: Wo fehlt es in der medizinischen und psychosozialen Begleitung während und nach der Schwangerschaft?
  • Versorgung nachhaltig verbessern: Die Ergebnisse sollen gezielt genutzt werden, um Beratungs- und Förderprogramme für schwangere Frauen mit AHF weiterzuentwickeln.

Daten & Fakten

Ausführlicher Projekttitel:Berufstätigkeit, Körperbild & Selbstwert nach Schwangerschaft bei Frauen mit angeborenem Herzfehler
Projektnummer:W-GÖ-009/2025
Projektlaufzeit:15.11.2025 – 15.07.2027
Kosten:116.697,23 Euro
Projektstandort:Universitätsmedizin Göttingen (Abt. für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen, dem Deutschen Herzzentrum München (Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie) und der Medizinischen Hochschule Hannover (Forschungs-und Lehreinheit Medizinische Soziologie)

Projektleitung

Prof. Dr. Claudia Dellas, Leiterin überregionales EMAH-Zentrum / Klinik für Pädiatrische Kardio-logie, Intensivmedizin und Neonatologie Universitätsmedizin Göttingen