Vergleich der Langzeitergebnisse verschiedener Methoden
Der Aortenklappenersatz bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern stellt eine besondere Herausforderung dar, da diese Patienten aufgrund ihres jungen Alters und der spezifischen anatomischen Gegebenheiten eine differenzierte Behandlungsstrategie erfordern. Bisherige Studien haben die Langzeitergebnisse nach Aortenklappenersatz bei dieser Patientengruppe nur unzureichend beleuchtet, was die Entscheidungsfindung bei der Auswahl der geeigneten Klappenprothese erschwert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erwartung der Prothesendegeneration, die entscheidend für die Planung zukünftiger medizinischer Eingriff e und die Lebensqualität der Patienten ist. Das Projekt beabsichtigt, die Langzeitergebnisse unterschiedlicher Aortenklappenersatzverfahren bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern zu vergleichen. Dabei werden die Daten von Patienten, die im Nationalen Register für angeborene Herzfehler (NRAHF) erfasst sind, analysiert und mit den in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vorliegenden Daten nach Implantation von dezellularisierten, nicht cryokonserviertenaortalen Homograft s verglichen. Die Hypothesen lauten: Es gibt Haltbarkeitsunterschiede bei den verschiedenen Aortenklappenprothesentypen und die opti male Haltbarkeit eines Prothesentyps ist abhängig vom Alter des Patienten bei der Implantation. Das Hauptziel ist die risikoadjustierte, altersgruppenstratifizierte Analyse der Haltbarkeit unterschiedlicher Aortenklappenprothesen. Der Fokus liegt auf mechanischen Klappenprothesen, dezellularisierten und cryokonserviertenaortalen Homograft s sowie pulmonalen Autograft s nach der Ross-Operati on. Ziel ist es, die Auswahl der opti malen Prothese zu erleichtern und die Anzahl von erneuten Eingriff en zu reduzieren. Ein weiteres Ziel ist die Ermittlung der lebensalterabhängigen Häufigkeit von Aortenklappeneingriffen, um Ärzten, Eltern und Patienten ein klareres Bild über den Verlauf und die erwarteten Re-Operationen zu geben, was die Lebens- und Behandlungsplanung erheblich erleichtern soll. Die Studie ist multizentrisch, basierend auf Daten aus zwei Registern. Die Probandenanzahl umfasst ca. 700 Patienten aus dem Nationalen Register Angeborene Herzfehler (NRAHF) und 358 Empfänger dezellularisierter Aortenklappen an der MHH. Es sind keine weiteren Untersuchungen an Kindern geplant. Eingeschlossen werden für das NRAHF alle Patienten mit Aortenklappenersatz (angeborene und im Kindesalter erworbene Aortenklappenfehler) und für die MHH alle Patienten, die einen Aortenklappenersatz mit einem dezellularisierten Homograft erhalten haben. Der Aortenklappenersatz bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern ist aufgrund des jungen Alters und der speziellen anatomischen Gegebenheiten besonders problematisch. Wenige Studien haben differenziert über die Ergebnisse nach Aortenklappenersatz bei diesen Patienten berichtet. Die Auswahl der richtigen Herzklappenprothese ist entscheidend für niedrige Komplikationsraten und längere Intervalle bis zum nächsten Klappenwechsel. Die Studie soll anhand repräsentativer Fallzahlen patientenspezifische Degenerationserwartungen für bestimmte Klappentypen errechnen und verfügbar machen.



Spenden





