Untersuchungen zur Regenerationsfähigkeit des Herzens nach Operation

Wie regeneriert sich ein kleines Herz?

Angeborene Fehlbildungen des Herzens und der Gefäße sind weiterhin die häufigsten Organmissbildungen beim Neugeborenen. Die Hälfte dieser angeborenen Herzfehler ist jedoch mild und bedarf keiner Korrektur im Neugeborenalter. Die Korrekturoperationen komplexer Herzfehler im Neugeborenen- und Kleinkindalter stellen jedoch ein Risiko für eine erhöhte kardiale Mortalität und Morbidität dar. Pumpversagen des Herzens nach Korrekturoperationen komplexer Herzfehler ist ferner eine der häufigsten Ursachen für kindliche Mortalität in diesem Alter. Die Schwere der kardialen Malformationen und die resultierenden Druckund Volumenbelastungen sind Hauptrisikofaktoren. Regenerative Fähigkeiten des Neugeborenen-Herzmuskels könnten die Anpassung und die Erholung nach solchen Eingriffen begünstigen.

Was passiert mit dem Herzen im Mutterleib?

Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass der unreife embryonale Herzmuskel im Gegensatz zum Herzmuskel des Erwachsenen die Fähigkeit besitzt sich zu teilen. Diese Fähigkeit scheint der Neugeborenen- Herzmuskel noch für einige Zeit nach der fetalen Periode beizubehalten. Inwieweit auch die Unreife des Herzmuskels mit der dazugehörigen strukturellen und funktionellen Anpassung während der Übergangsphase vom fetalen zum neonatalen Leben eine erhöhte Vulnerabilität darstellt, ist unklar. Diese Prozesse sind jedoch im Hinblick auf die zeitliche Entscheidung zur Durchführung einer komplexen Operation – die erheblichen Stress für den Herzmuskel mit sich bringt – von großer Bedeutung. Während oben genannte Mechanismen im Erwachsenen-Herzmuskel ausführlich untersucht werden bzw. worden sind, sind regenerative Mechanismen im kindlichen Herzmuskel nicht gänzlich evaluiert.

Unsere Zielsetzung

Das Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, ob im Herzmuskel nach herzchirurgischen Operationen bei Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen eine gesteigerte Vermehrung von Herzmuskelzellen und  Stammzellen stattfindet. Zudem sollen Einflussfaktoren wie beispielsweise der Typ des Herzfehlers, Zeitpunkt und das Alter bei Operation, Art der myokardialen Protektion oder der präoperative kardiale Zustand auf die regenerativen Mechanismen bestimmt werden.

Diese Pilotstudie soll Grundlage einer später durchgeführten multizentrischen Studie unter Koordination der nationalen Biomaterialbank und des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler e.V. sein. Durch ein umfassenderes Verständnis der molekularen adaptiven Mechanismen im Herzmuskel des Neugeborenen sollen so protektive Behandlungsstrategien des Herzversagens im Kleinkindalter entwickelt werden.

Forschungsziele auf einen Blick

  • Etwa 6.500 Kinder kommen in Deutschland jedes Jahr mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt.
  • Korrekturoperationen komplexer Herzfehler im Neugeborenen- und Kleinkindalter stellen ein hohes Risiko dar – Herzversagen droht.
  • Andererseits können sich regenerative Fähigkeiten des neugeborenen Herzmuskels günstig auf die Erholung auswirken.
  • Die regenerativen Mechanismen im kindlichen Herzmuskel sind bisher nicht ausreichend erforscht und dokumentiert.
  • Ein besseres Verständnis dieser Vorgänge ist nötig, um protektive Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Daten und Fakten

Ausführlicher Titel "Untersuchung zur regenerativen Fähigkeit des neonatalen Myokards nach herzchirurgischen Eingriffen bei Neugeborenen und Kindern mit angeborenen Herzfehlern"
Standort Klinik für Pädiatrische Kardiologie des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg
Laufzeit 01. Januar 2015 – 30. Juni 2017
Kosten 75.000 Euro

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