Verengte Hauptschlagader wird zur Lebensgefahr

Warum kommt es nach der Beseitigung einer Aortenisthmusstenose (ISTA) im späteren Verlauf bei einigen Patienten zu einem erhöhten Blutdruck, einer erneuten Verengung der Hauptschlagader oder auch zu Aussackungen der Hauptschlagader? Es wird vermutet, dass in diesen Fällen die Wand der Hauptschlagader über den sichtbar verdickten Teil hinaus geschädigt und verändert ist.

Lebensgefährliche Verengung der Hauptschlagader

Eldin als Baby

Eldin wurde an seinem dritten Lebenstag operiert.

Bei der Aortenisthmusstenose handelt es sich um eine Verengung der Hauptschlagader direkt hinter dem Abgang der linken Armarterie. Betroffen sind ungefähr sechs bis zehn Prozent aller Kinder mit einem angeborenen Herzfehler.

Aufgrund der Verengung kann es je nach Schweregrad nach der Geburt zu einer lebensbedrohlichen Minderdurchblutung der unteren Körperhälfte und einer Überbelastung der linken Herzkammer kommen.

Es besteht ein deutlich erhöhter Blutdruck vor der Verengung. Je nachdem wie stark die Einschränkungen sind, wird eine ISTA entweder sofort nach der Geburt oder in der frühen Kleinkindzeit operativ oder durch eine Katheterintervention behandelt.

Wir suchen nach Ursachen

Auch nach erfolgreicher operativer Behandlung treten im Verlauf immer wieder Komplikationen wie eine Aussackung (ein sog. Aneurysma) oder eine erneute Verengung der Hauptschlagader auf. Nicht selten behalten oder entwickeln die Kinder einen Bluthochdruck. Als mögliche Ursache kommt hier eine über den sichtbar verdickten Bereich hinausgehende Gefäßveränderung in Frage.

Um die Ausbreitung der Veränderungen der Gefäßwand bei einer ISTA zu erforschen, wird operativ entferntes ISTA-Gewebe (Abbildung 1) genauer untersucht. Dazu werden bewährte Nachweisverfahren (Abbildung 2) wie auch hochmoderne Methoden der Proteinbestimmung (Abbildung 3) miteinander verbunden.

kinderherzen-Forschung & Therapie in Göttingen

An der Universitätsmedizin Göttingen ist kinderherzen vielfältig aktiv. Neben dem skizzierten Forschungsprojekt erforschen wir mit  Hilfe  eines sogenannten  „fetalen  Kardio  MRT“  eine hochauflösende neue Herzbildgebung für ungeborene Kinder. Unsere Musiktherapie bringt heilsame Klänge für kleine Herzpatienten

Therapieziele auf einen Blick:

  • Langzeitrisiken minimieren
  • Entwicklung von Präventionsprogrammen
  • Auklärung molekularer Zusammenhänge

Daten & Fakten

Projektnummer: P-GÖ-001/2019
Ausführlicher Projektitel: „Proteomics trifft Immunhistologie: Neue Wege zur Auklärung der molekularen Zusammensetzung der Aortenisthmusstenose“
Projektlaufzeit: August 2020 bis Juli 2023
Kosten: 51.672 Euro
Projektstandort: Universitätsmedizin Göttingen
Dr. L´Katja Eildermann UM Göttingen

kinderherzen-Expertin
Dr. Katja Eildermann

„Von der Kenntnis der genauen Proteinzusammensetzung der Aortenisthmusstenose erhoffen wir uns vorhersehen zu können, ob eine erneute Gefäßwandeinengung oder auch Aussackung der Gefäßwand bei einem Patienten wahrscheinlich ist. Langfristig könnten mit dem Wissen aus dieser Studie auch Strategien entwickelt werden, die gezielt den molekularen Aufbau der Gefäßwand verändern, um die Gefäßwandeigenschaften anzupassen und so das Langzeitrisiko für ISTA-Patienten nach einer operativen Behandlung zu minimieren.“