Ventrikelseptumdefekt (VSD)

Was ist das?

Der Ventrikelseptumdefekt (VSD), das heißt ein Loch in der Scheidewand zwischen den beiden Herzkammern, ist mit 20 bis 25 Prozent der mit Abstand häufigste angeborene Herzfehler. Durch den Defekt besteht ein sogenannter Links-Rechts-Shunt: Da in der linken Herzkammer ein höherer Druck besteht als rechts, fließt durch das Loch sauerstoffreiches Blut aus der linken in die rechte Herzkammer und weiter in die Lungenschlagader.

Kleine VSD beeinträchtigen die Kinder nicht und verschließen sich häufig spontan. Größere Defekte hingegen führen oft schon frühzeitig zu einer starken Beeinträchtigung bis hin zu einer Herzinsuffizienz. Durch den Links-Rechts-Shunt kommt es zu einer Überflutung der Lungen und einer zunehmenden Vergrößerung der linken Herzkammern. Im weiteren Verlauf droht ein Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonus).

Dadurch kann es zu einem sogenannten Kreuz-Shunt kommen, d. h. das sauerstoffarme Blut fließt nicht nur nach rechts in die Lunge, sondern auch nach links in den Körperkreislauf
(Rechts-Links-Shunt). Die Kinder bekommen – zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe – eine Zyanose, d.h. eine Blaufärbung der Haut und zeigen eine zunehmende Leistungsschwäche. Ein größerer VSD muss also frühzeitig – in der Regel im Säuglingsalter – verschlossen werden, um irreversible Schäden zu vermeiden.

ventrikelseptumdefekt© Kompetenznetz für Angeborene Herzfehler

Behandlung

Der VSD wird meist operativ unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verschlossen. Der Kinderherzchirurg eröffnet dabei den Brustkorb und den rechten Vorhof, um durch die Vorhofklappe (Trikuspidalklappe) hindurch den Defekt mit einem Flicken zu verschließen. In seltenen Fällen können bei dem Eingriff die „elektrischen“ Leitungen für die Weiterleitung des Strom-Impulses, das den Herzrhythmus aufrecht erhält
(Reizleitungssystem), verletzt werden – in diesem Fall muss ein Herzschrittmacher eingesetzt werden.

Bei etwas älteren Kindern kann der VSD je nach Lage und Größe gelegentlich auch per Herzkatheter verschlossen werden. Dazu wird ein Katheter mit einem Doppelschirmchen über eine Vene in der Leistengegend eingeführt und im Defekt positioniert.

Zukunftsaussichten

Nach erfolgreichem Korrektureingriff sind die Kinder in der Regel herzgesund und unterscheiden sich in Nichts von ihren Altersgenossen. Bei den Kontrolluntersuchungen achtet der Kinderkardiologe trotzdem besonders auf die Funktion der Herzkammern und eventuell auftretende Herzrhythmusstörungen. Deshalb sind regelmäßige kardiologische Untersuchungen erforderlich.

 

Florian ist ein Kämpferherz! Lesen Sie die mutmachende Herzschichte des kleinen Patienten mit Ventrikelseptumdefekt.

 

 

kinderherzen ist ein vollständig aus Spenden finanzierter und unabhängiger Verein. Sie finden unsere Arbeit für herzkranke Kinder gut? Dann unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende. Herzlichen Dank.

JETZT SPENDEN