Kinder und Jugendliche mit angeborenem Herzfehler stehen im Alltag häufig vor einer großen Unsicher-heit: Wie viel Bewegung ist erlaubt? Welche Sportarten sind geeignet? Wo liegen Grenzen – und wo nicht?
Aus Sorge um die Gesundheit kommt es oft zu einer ungewollten Überbehütung. Viele betroffene Kinder bewegen sich dadurch weniger als Gleichaltrige, obwohl regelmäßige Bewegung für ihre körperliche, psychische und soziale Entwicklung besonders wichtig wäre. Eltern, Schulen und Sportvereine fühlen sich häufig unsicher, da medizinische Befunde schwer verständlich sind und konkrete, alltagstaugliche Bewegungsempfehlungen fehlen.
Gleichzeitig gibt es bislang nur wenige spezialisierte Angebote, die medizinisches Wissen mit sportwissenschaftlicher Betreuung verbinden und die Brücke zwischen Klinik, Familie und Alltag schlagen.
Lösung und Zielsetzung
Die kindersportkardiologische Beratungsstelle Erlangen schließt genau diese Lücke. Ziel des Projekts ist es, Kindern mit angeborenem Herzfehler eine sichere, individuell angepasste und angstfreie Teilhabe an Bewegung und Sport zu ermöglichen.
Nach einer sportmedizinischen Diagnostik, bei der die körperliche Belastbarkeit objektiv überprüft wird, erhalten die Kinder eine verständliche und individuelle Bewegungsempfehlung. Darauf aufbauend werden persönliche Trainingspläne erstellt und über einen längeren Zeitraum begleitet. Die Betreuung erfolgt durch einen speziell ausgebildeten Sportwissenschaftler in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten der Abteilung für Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Erlangen.
Langfristig soll das Angebot über die Klinik hinauswirken: Durch Aufklärungsarbeit in Schulen und die Zusammenarbeit mit Sportvereinen sollen sichere Bewegungsräume im Alltag geschaffen werden – damit Kinder mit Herzfehler nicht ausgegrenzt, sondern gestärkt werden.



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